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La Vuelta Iberica Eine Reise mit dem Doppeldecker ans südwestlichste Ende Europas Ostern planten mein Freund Dschonnes und ich, uns den spanischen Ultraleichtfliegern anzuschließen, die jedes Jahr im August eine Rundreise um Spanien und Portugal machen (Vuelta Iberica). Dschonnes, eigentlich ein Schwabe, lebt bereits seit Jahren in Spanien und fliegt ebenfalls einen Kiebitz. Wir wollten uns am 09.08.05 in Estartit, Nordspanien, Costa Brava mit den Spaniern treffen. Wegen sehr schwieriger Wetterlage in Frankreich startete ich schon am Do., den 28.07 in Northeim. Es war sehr heiß und drückend. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Hölle von Gelnhausen So entschloss ich mich in Gelnhausen eine Pause einzulegen, auch um das Kartenmaterial neu zu falten. Doch vorher wurde ich richtig zusammengefaltet. Ich hätte den Platz nicht überfliegen dürfen (ein Wort des Flugleiters hätte genügt), Platzrunde angeblich nicht eingehalten, gekreist, während einer vorher gelandeten Maschine `Backtrack` verordnet wurde. Gleich nach der Landung, ich saß noch im Cockpit, bekam ich den ersten Anschiss; im Tower sofort noch einen hinterher. Der dritte ließ auch nicht lange auf sich warten. Schließlich war ich völlig entnervt startklar, wollte gerade den Motor anschmeißen, als ein Herr neben dem Flieger auftauchte, der mir eindringlich den Start verbot. Ich sollte mich noch einmal im Luftfahrtbüro, oder was das auch immer sein sollte, melden. Und das bei 35° im Schatten! Der Herr dort fing an mir meine Fehler zum fünften Mal vorzuwerfen. Ich wies ihn darauf hin, dass ich sie schon des öfteren gehört hätte und entschuldigte mich dafür, wies gleichzeitig auf eine sich rasch nähernde Gewitterfront aus Westen hin, vor der ich doch gerne noch starten würde. "Sie setzen sich erst einmal hin und starten erst, wenn ich Ihnen das erlaube", erhob er seine Stimme und zeigte auf einen Stuhl. Ich dachte, ich bin im falschen Film!? Wieder musste ich zum Flugzeug gehen, um meine Papiere zu holen. "Wo wollen Sie eigentlich hin?" " Mannheim " (da ich drei Wochen zuvor in Mannheim war, befand sich sogar ein Strich in der Karte) . Hätte ich ihm was von Portugal erzählt, wäre er ganz ausgeflippt. "Dann hätte ich gerne das Anflugblatt von Mannheim." Ich deutete auf den Fliegertaschenkalender. "Das akzeptiere ich nicht!! Sie fliegen ohne Flugvorbereitung. Das gibt eine Anzeige usw. usw..." Irgendwann, kurz vorm Gewitter ließ er mich dann doch noch in die Luft. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Vive la France Der Flug führte südlich an Straßburg vorbei über die Vogesen. In Oberbruck, einem kleinen Grasplatz nordwestlich von Mühlhausen, übernachtete ich. Am nächsten Tag, ich kam erst gegen Mittag in die Luft, ging die Reise über die französische Jura, südlich an Lyon vorbei nach St. Rambert. Ich hoffte hier Sprit zu tanken - es gab leider nur keinen. Hätte ich nicht so starken Gegenwind gehabt, wäre ich direkt nach Serignan, einem UL- Platz bei Beziers geflogen, doch 20 km/h auf der Nase ließen keinen Spielraum zu, so dass ich Aubenas anflog. Ich hatte über dem Zentralmassiv mit starker Thermik zu kämpfen. Landemöglichkeiten: Fehlanzeige. Übrigens ein Zustand, der während meiner Rundreise bald alltäglich wurde. Dafür grandiose Landschaften rund um die Ardeche. Nach dem Tanken wollte ich bis 18.00 Uhr warten, in der Hoffnung, dass der SW- Wind nachlässt. Doch anstatt dessen kamen vom Norden Gewitter immer näher, so daß ich mich entschloss, vor der Front zu starten. Diese bescherte mir minutenlanges Steigen von 5 m/s oder mehr (Vario zeigt nicht mehr an), sollte mir nur recht sein, solange die Luft ruhig blieb. Landung in Torreilles, einem kleinen UL- Platz an der Küste nahe Perpignan. Der Chef war sehr nett und obendrein Kiebitzfan. Von meiner Freundin, die am nächsten Tag mit dem Auto ankam, erfuhr ich, daß es in Frankreich nur geregnet und gewittert hatte. Die Pyrenäen konnte ich acht Tage wegen starkem Tramontana nicht überqueren. So ging ich jeden Tag surfen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Spanien Am 08.08. hörte der Wind auf, und ich flog über die Berge nach Ordis, einem kleinen Platz bei Figueres, Spanien. Hier hat mein Freund Dschonnes seinen Kiebitz stationiert. Am folgenden Tag trafen wir uns in aller Herrgottsfrühe mit den spanischen Ultraleichtfliegern in Estartit, einem Badeort an der Costa Brava. Von diesem Platz aus flogen wir die ganze Costa Brava entlang , vorbei an Tossa de Mar, Llorett, Callela bis Arenys. Eine wunderschöne Küste mit vielen kleinen Buchten, eingebettet in die schroffe wilde Kulisse der hiesigen Berge. Doch so schön wie das Fliegen an der Steilküste auch sein mag, die Gewissheit, ein Motoraussetzer würde das sichere Nass bedeuten, fliegt immer mit. Wegen der Kontrollzonen von Barcelona und Reus mussten wir die Küste kurzzeitig verlassen. So flogen wir am Montserrat vorbei, um südlich von Reus wieder ans Meer zu gelangen. Kurz vor Vinaros, unserem Tagesziel, standen riesige Wolkentürme. So konnte ich den neuen Wendezeiger erstmalig in der Praxis ausprobieren. Was für ein herrliches Gerät. Erstmalig war ich in der Lage, ohne Sicht zu fliegen. Man braucht allerdings sehr viel Übung und Erfahrung dazu, daher kann ich nicht zur Nachahmung derartiger Experimente raten, ohne vorher ausreichend geübt zu haben. In Vinaros, wie auch auf allen anderen spanischen und portugiesischen Plätzen, stellten unsere beiden Doppeldecker stets eine Attraktion dar. Das Öffnen der Motorhaube mit einem Blick auf den Nissanmotor hatte dementsprechend sofort eine Menschentraube zur Folge. Am nächsten Tag flogen wir die Küste entlang nach Castellon de la Plana. Besonders reizvoll: Peniscola, eine mittelalterliche Festung auf einem Felsen. Der Flugplatz von Castellon liegt direkt am Meer. Nach einem ausgiebigen Bad mit anschließendem Essen ging es dann vollgetankt vorbei an Valencia. Kontrollzonen kann man nicht nur umfliegen, sondern, so erklärten uns das unsere spanischen Freunde, auch unterfliegen. Kein Problem für uns! Als wir weiter südlich dann landeinwärts flogen, bekam Dschonnes Temperaturprobleme, oder besser gesagt: sein Motor. So flogen wir jetzt höher. Zum Abendessen trafen wir uns mit den Spaniern in Ontur. Essen war für unsere spanischen Freunde stets das Highlight des Tages. Am nächsten Tag führte die Route durch das menschenleere spanische Inland nach Portugal. Da uns unter den Wolken starker Gegenwind erwartete, flogen wir einfach darüber hinweg. In Portugal landeten wir in `Monte do Lago´, einer Oase in der Wildnis. Der Platz ist an einem See gelegen. Auch hier erwartete uns wieder ein sehr herzlicher Empfang mit Essen und Trinken. Am nächsten Tag landeten wir in Benavente. Von hier aus unternahmen wir einen Tagesausflug mit dem Bus nach Lissabon. Nach ausgiebigem Frühstück stand uns eines der schönsten Strecken unserer Reise bevor: Wir flogen die ganze Algarve von Setubal bis Lagos ab. Im Tiefflug um die Felsen, dann wieder einsame Badebuchten; ein Traum, der Gott sei dank nicht nass geendet hat. Abends noch ein paar Rundflüge in Lagos. Hier war für die meisten Spanier der offizielle Abschluss ihrer Tour. Dschonnes und ich flogen mit ein paar Spaniern am nächsten Tag nach Valdelamusa, einer einsamen Piste im Hinterland von Huelva. Hier waren wir zu einem Rittermahl auf einer alten Burganlage eingeladen. Hier erlebten wir aber auch, was es heißt, sich im August bei 40° im Schatten im Inland von Spanien aufzuhalten. So entschlossen wir uns, schon bei Sonnenaufgang zu starten. Daraus wurde leider nichts, da wir als Einzige Ersatzkanister bei uns führten, die allerdings jeder brauchte. So mussten wir bis Mittag warten, bis unsere Freunde getankt hatten. Jetzt trennten wir uns auch noch von den letzten Spaniern und flogen wieder nach ´Monte do Lago´. Dort konnte ich in aller Ruhe mein rechtes Vorderrad reparieren, bei dem sich die Lagerbuchse festgefressen hatte. Dies war auch die einzige nennenswerte Panne während meines langen Fluges. Bei Lourinha flogen wir am nächsten Tag einen kleinen UL- Platz an, der direkt auf einer Düne am Meer liegt. Ein Deutscher hat mittlerweile den Platz übernommen. Mittagessen, tanken und ein kurzes Bad- und schon ging es gegen Abend vorbei an Peniche, Nazare bis nach Aveiro. Auf dem riesigen Platz, vom Militär umgeben, übernachteten wir wieder mal in unseren Schlafsäcken. Beim Weiterflug machte uns der berüchtigte Küstennebel das Leben schwer. Die Basis war bald keine 20m hoch und Porto konnte man nur noch im Dunst erkennen. Als Dschonnes plötzlich durchs letzte blaue Loch nach oben verschwand, stieg auch ich über die Wolken. Diese waren nur wenige Meter dick, so hatten wir bald einen bezaubernden Anblick: Rechts die Berge von Portugal, vor uns lag Spanien. Wir flogen den Grenzfluß Rio Minho bis Cerval, einem UL-Platz im Norden Portugals, hinauf. Nachdem wir uns über das Wetter in Galizien erkundigt hatten, starteten wir, wohlwissend, dass dieses gerade in dieser Region sehr schnell kippen kann. Eine beeindruckende Landschaft tat sich uns auf: Steile Felsküsten, gepaart mit einsamen Sandstränden.....und unter uns tobte der raue Nordatlantik. Doch wieder senkte sich die Basis, so dass ich Dschonnes überreden konnte, die ´Costa da Morte´(Todesküste) nicht weiter zu umfliegen, sondern, solange es noch möglich war, nach Cambre abzudrehen. Dort wurden wir schon von befreundeten Spaniern empfangen. Das Wetter hatte sich in eine reine Waschküche verwandelt. Aber noch lagen die Wolken auf den Bergen nicht auf. Es wurde ein früher Start für den nächsten Tag geplant. Doch tiefhängende Wolken lösten sich erst gegen Mittag auf. Anschließend folgte ein Flug an der Nordküste Spaniens entlang. Hier gibt es überall Wiesen hinter der Steilküste, die durch menschenleere Buchten mit kristallklarem Wasser unterbrochen ist, welche nur so zur Landung einluden. Da wir aber schon bei Figueres von unseren Freundinnen erwartet wurden, verzichteten wir auf ein Bad. Außerdem mussten wir damit rechnen, dass uns Wolken den einzigen Ausweg von der Küste in Richtung Hinterland versperren könnten. Doch auch hier, östlich der ´Picos de Europa´, fanden wir ein Schlupfloch Richtung Süden. Da Dschonnes, im Gegensatz zu mir, nicht in der Lage war, im Flug von seinem Reservekanister in den Haupttank umzupumpen, mussten wir noch einen Tankstopp auf dem UL- Platz von Lumbier einlegen. So landeten wir erst bei Mondschein in St.Cilia, einem bekannten Segelfluggelände bei Jaca. Die letzte große Etappe sollte uns zurück nach Ordis führen. Das Wetter in den Pyrenäen wurde immer schlechter. Schließlich versperrte uns eine riesige Wolkenbank komplett den Weg. Wir standen vor der Entscheidung: Außen drumherum oder über die Wolken. Die Entscheidung fiel zumindest einstimmig aus... . | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Rückflug nach Deutschland Die Wetterlage in Frankreich um den 20.08. herum lud nicht zu einem Heimflug ein: Starker Regen und Mistral waren angesagt. So blieb ich noch bis zum nächsten Sonntag. Eine Hochdrucklage versprach sonniges, windstilles Wetter, vielleicht sogar SW- Wind. Doch als ich die Pyrenäen im Lee anfliegen musste, kamen mir Zweifel an dieser Prognose. Auch Schaumkronen und Windsurfer bei Leucate bestätigten mir einen Gegenwind von ca. 40 km/h. Dieser wurde Richtung Millau sogar noch stärker. Die zu erwartende Verspätung in Issoire war besonders ärgerlich, da jetzt mein Harndrang immer stärker wurde. Zusätzliche Pausen wollte ich nicht einlegen. Eine Durchquerung Frankreichs am Sonntag hat den Vorteil, dass das Militär dann am Boden steht. Ich kippte eine der beiden Trinkflaschen aus und schnitt sie mit einem Taschenmesser durch. Der Rest war eine reine Geschicklichkeitsübung. In Issoire rieten mir die Franzosen, wegen des starken Nordwindes hoch zu fliegen. Er war zwar in der Höhe schwächer, bremste aber immer noch so stark, dass ich von meinem ursprünglichen Ziel Thionville absah, und in Nancy- Malzeville landete. Doch im Endeffekt sollte sich dies als ein Glücksgriff herausstellen. Freundliche Franzosen boten mir einen Platz im Hangar an und fuhren mit mir zur Tankstelle. Bertrand, ein junger UL- Schüler, lud mich zu sich nach Hause ein, in die historische Altstadt von Nancy, die er mir nachts noch zeigte. Am nächsten Morgen fuhr er mich zum Flugplatz. Das Wetter war gut. So konnte ich ohne weitere Zwischenstopps, entlang der Mosel, die letzte Etappe meiner Reise zurücklegen. Es ist ein schönes Gefühl, nach 7000 km durch die verschiedensten Landschaften und Wetterlagen ohne nennenswerte Pannen wieder zu Hause zu sein. Überall, mit einer Ausnahme, wurden wir freundlich und hilfsbereit empfangen. Noch ein kleiner Tipp für Frankreich: Da die französischen ICAO-Karten eher einem Schnittmuster gleichen, benutzte ich die doch wesentlich übersichtlicheren Jeppesen- Karten. Auch eine VFR France Karte im Maßstab 1:1000000 erwies sich als sehr praktisch. Demnächst, es wird wahrscheinlich aber Winter, gibt es einen weiteren Film aus der Serie: Im offenem Cockpit durch Europa. Ich habe schließlich vier Stunden brillantes Filmmaterial mit nach Hause gebracht..... | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||