Für die Dinge die nirgendswoanders Platz haben ist diese Seite gedacht. Herzlichen Dank an alle Autoren für die schönen Berichte !

Jens
D-METH

Inhalt

 

...die neue Cowling der METH
..eigentlich ist es ja eine traurige Geschichte. Gleich im ersten Jahr des wiederauferstehens der METH verloren wir den frischgemachten Motor durch Kolbenfresser, welches sich im Flug durch wunderbaren dichten weissen Rauch aus der Cowling bemerkbar machte. Ich war doch sehr verwundert ( ..ich hab doch noch gar keine Rauchanlage! ..schöner Effekt aber! das merk ich mir für später!). Waren es womöglich Anwohner die mich abschossen ? (Eckaart, die Russen kommen !) Jedenfalls war ein Anwohner von Hassbergen bei Nienburg von meinen Tiefflugübungen nicht so ganz überzeugt und teilte mir dies telefonisch mit. Naja, nochmals sorry dafür ;). Es waren jedoch nicht diese Anwohner sondern ein kapitaler Motorschaden der für etwas Aufregung in Nienburg sorgte. Anschliessend Fehlersuche (sach mal, was is eigentlich nen CHT ?) ergab, das wohl unsere Zylinderkopftemperatur ein wenig hoch war. Irgendwann wird halt auch mal Aluminium flüssig. Nachdem der nagelneue Motor fertig war, pünktlich zum Saisonende, haben wir denn auch mal die Temperaturen gemessen und festgestellt das die immer noch zu hoch sind. Was dann folgte war schon ziemlich ermüdent. Oktanzahl rauf, Zündung zurück, Gemisch reicher, aufwendigere Verblechung , mehr Abluft, weniger Zuluft, besprechen des Fliegers bei Vollmond und und und. Trotz aller gutgemeinter Ratschläge ( und das waren ne Menge !!) half wirklich gar nichts.
Resümee : Es muss an unserer Cowling liegen. Obwohl bereits in vielen anderen Fliegern bewiesen das es doch funktioniert, fällt mir jetzt nichts anderes mehr ein. Die LTAs von Limbach und Tony Bingelis in seinem Buch "firewall forward" bestätigen mich darin.
Eine vernünftige Kühlluftführung kann an einem Boxermotor der in einer Reihenmotorcowling steckt und seine Hitzköpfe rechts und links rausgucken läßt, einfach nicht funktionieren. (Versucht nicht mich vom Gegenteil zu überzeugen !).
Daher der logische (letzte) Entschluss: Eine neue Cowling muss her !
Viel Alternativen gibts da nicht. Entweder ne echte Boxercowling a´la Cessna oder eine Sternmotorcowling.( vieleicht kommt ja mal einer rein?) Letztere ist es dann geworden. Die Verblechung ist jedenfalls jetzt sehr sauber und ich bin guter Dinge.Jetzt muss ich nur noch die hintere Seitenverkleidungen fertigen und dann hoffe ich das wir gesunde Temperaturen bekommen, deutlich unter 200 Grad.
Drückt mir alle die Daumen !
Zum Schluss noch ein herzlichen Dank an Martin Gross für seine Haube als Formvorlage.
Jens und D-METH

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Nachtrag :
Es scheint geschafft zu sein !
Die Kopftemperaturen betragen jetzt ca.175° auf beiden Seiten bei 2400 UPM Reisedrehzahl.
Öl ist zwischen 80° und 100° je nach Belastung.

Nachtrag 2: Die Endgültige Lösung kam durch die Feststellung das der Motor zu hoch verdichtet war. Die Reduzierung auf Normalwerte durch unterlegen von Ringen an den Zylinderfüßen brachte die endgültige Lösung. Jetzt Kopftempereratur von um 130 Grad.

 

„Sibirien-Tour" durch Frankreich. Teilnehmer: Achmed Wiegand, Wilfried Lausecker und ich, Uwe Schomber.


Samstag, 16. Feb. 2002. Achmed und ich treffen uns morgens in aller Frühe am Flugplatz in Giessen-Lützellinden. Nachdem wir unsere Flieger durchgecheckt haben, sind wir schließlich um 0723GMT abflugbereit. Wetter an diesem Morgen: einfach genial. Sonnenschein, klare Sichten und ein kräftiger Wind aus Ost. (Passt gut wenn man von LÜLI nach Frankreich will, GPS zeigte zwischendurch mal 190km/h an) Übrigens: alle Zeiten hab ich in GMT notiert.
Um 0852 landen wir in Thionville (ein kleiner Ort an der Mosel). 1Std.29 für 216 Kilometer ist kein schlechter Schnitt!!! In Thionville haben wir erst mal gefrühstückt und Kaffee getrunken. Um 1153 ging's dann weiter nach Brienne le Chateau. Der Flug dorthin war, wie schon der Flug nach Thionville, einfach göttlich genial!!!!!! Ankunft in Brienne um 1320. 1Std.27 für 167 KM. Man merkt, dass wir nach Süden abgebogen sind, der Schnitt wird schlechter. Beim Kiebitz aber egal!! Nachdem wir gehört hatten, Brienne sei geschlossen und die Leute unfreundlich geworden, waren wir ziemlich gespannt. Zum Glück war es so, wie ich es von früher her kannte, Madame, eine sehr nette ältere Dame, war freundlich wie immer. In Brienne sind wir dann erst mal für die Nacht einkaufen gegangen (vor allem Rotwein). Wir wollten schließlich im Winter bei -10°C draussen schlafen. Das ist an sich nichts besonderes, aber wenn man bedenkt, dass wir nur ALDI-Schlafsäcke hatten, war der Rotwein in entsprechenden Mengen schon ratsam. Nun was soll ich sagen- wir haben in unserem bisherigen Leben noch niemals so gefroooren!!! Die VOLVIC-Flasche, die wir ebenfalls gekauft hatten, war zu Eis erstarrt (meine Füsse auch). Am nächsten Morgen ist dann Lausi (Wilfried Lausecker) zu uns gestossen. Um 1405 sind wir Richtung Westen gestartet. Wir wollten an den Atlantik, da es am Mittelmeer regnen sollte. Gelandet sind wir um 1623 in Chartre. Geplant war am nächsten Tag weiter bis an die Küste zu fliegen. Daraus wurde leider nichts, denn ein Kiebitz wollte nicht so, wie wir das gerne gehabt hätten. So hingen wir bei schönstem Flugwetter in Chartre am Flugplatz fest. Hab mich dann erst mal in meinen Kiebitz gesetzt und die nähere Umgebung erkundet. Am nächsten Tag, Dienstag, den 19. Februar konnte die Reise weiter gehen. Das Wetter war mittlerweile nicht mehr so genial, aber wir versuchten es trotzdem. Kurz vor Blois wurde der Himmel dermassen schwarz, dass wir uns zur Umkehr entschlossen. Also zurück nach Chartre. Der Wind hatte mittlerweile auf West gedreht. Die mühevoll erkämpften Kilometer nach Westen waren im Nu dahin. Um 1415, nach 1Std.15Min. Flugzeit landeten wir wieder in Chartre. Übrigens: die Nächte nach Brienne haben wir nicht mehr im Freien geschlafen (halt doch Weicheier).

Da in Chartre ein wenig - um es vorsichtig auszudrücken - der Hund erfroren ist, beschlossen wir nach St.Cyr l'Ecole zu fliegen. Der Platz liegt genau in der Verlängerung des Schlosses von Versailles. Der Blick auf Paris inkl. Eifelturm war schon nicht schlecht!!!

In St. Cyr gelandet, fragten wir erst mal nach einem Hallenplatz - hatten leider keinen mehr frei. Also, mussten die Flieger im Freien „schlafen". In Anbetracht der Tatsache, dass ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten von über 100 KM/h im Anmarsch war, nicht gerade erbaulich. Als wir am übernächsten Morgen, Donnerstag, 21.2. zum Flugplatz kamen, sahen wir die Bescherung. Alle Seitenruder waren leicht beschädigt, meines hatte es etwas heftiger erwischt. Da ich eine Seitenruderschere angebracht hatte, waren alle Rippen im Ruder gebrochen. Nach drei Stunden Reparatur konnte unser Tripp schließlich wieder weiter gehen. Dank Michael Platzer weiss ich heute, wie man ein Seitenruder anbindet, ohne dass es Schaden nimmt.

Wir mussten erst mal einen riesigen Bogen um Paris fliegen um schließlich Richtung Osten nach Verdun zu gelangen. Eigentlich sind Uls im Umkreis von 40KM um Paris verboten. Dummerweise hat jemand behauptet, die Kiebitze seien Uls. Dank Achmeds Überzeugungskünste (er ist der französischen Sprache zum Glück mächtig) war dem Flugleiter dann auch klar, dass es sich bei den Kiebitzen um Nachbauten berühmter Oldtimer handeln müsse!!! Sind jedenfalls wieder willkommen in St.Cyr.

Landung am 21.2.2002 um 1636 in Verdun.
Das Wetter hat sich mittlerweile so verschlechtert, dass an fliegen erst mal nicht zu denken war. Wir haben uns ein Auto gemietet und sind dann bei aufliegenden Wolken und Regen über die Schlachtfelder von Verdun gefahren. War ne ziemlich düstere Stimmung.

Am 24. war das Wetter dann so, dass wir einen Start Richtung Osten gewagt haben. Wind: 40-50Knoten waren angesagt. Ich bin in meinem gesamten Fliegerleben noch nicht so durchgeschüttelt worden wie bei diesem Flug. Der direkte Weg nach LÜLI war leider von aufliegenden Wolken versperrt, also Richtung Südost bei Saverne über die Vogesen. Im Rheintal angekommen wollten wir (Achmed und ich) dann weiter Richtung Frankfurt. Lausi ist wegen des starken Windes in Worms gelandet - der Platz hat eine Ost-West Bahn, und der Wind kam genau aus Westen. Achmed und ich sind in Speyer gelandet. Landebahn 36, Bodenwind 25-28KN aus 270!!!!!
Hat bei beiden prima geklappt! Nachdem wir die Flieger verzurrt hatten, haben wir erst mal was gegessen und sind dann um 1341 Richtung Norden gestartet. Höhenwind 30-50KN.

Ankunft in Lützellinden: 24.2.02 1511GMT.

Konnte es nicht lassen vor der Landung auf der 25 noch einen Überflug über die 07 zu machen. Glaub, so schnell ist noch kein Kiebitz über die Bahn geflogen!!

Resümee: Die Tour war einfach genial. Denk immer wieder gern daran. Wäre schön, wenn wir im Winter wieder so ne Tour machen könnten. Vielleicht finden sich ja noch ein paar, die mitmachen.

Gesamtflugzeit: 15h16'
Strecke: 1.318 KM